Offene MRT-Geräte: Vorteile, Funktionsweise und Anwendungsbereiche
Klaustrophobie und Unbehagen bei einer MRT-Untersuchung? Offene MRT-Geräte bieten eine komfortablere Alternative. Erfahren Sie hier alles über die Vorteile, Funktionsweise und Anwendungsbereiche dieser modernen Technologie.
Was sind offene MRT-Geräte?
Offene MRT-Geräte (Magnetresonanztomographie) stellen eine Weiterentwicklung der klassischen, röhrenförmigen MRT-Systeme dar. Der Hauptunterschied liegt in ihrer Bauweise: Statt einer vollständig umschließenden Röhre bieten sie eine offenere Struktur, die den Patienten weniger einengt. Dies wird meist durch eine Bauweise mit zwei Magneten ober- und unterhalb der Liegefläche erreicht oder durch ein C-förmiges Design. Sie werden auch Wide-Bore MRTs genannt.
Vorteile offener MRT-Systeme
- Weniger Klaustrophobie: Der größte Vorteil ist die Reduzierung von Platzangst. Patienten fühlen sich weniger eingeengt und die Untersuchung wird entspannter.
- Geeignet für übergewichtige Patienten: Die offene Bauweise ermöglicht die Untersuchung von Patienten, die in herkömmlichen MRT-Geräten aufgrund ihrer Statur keinen Platz finden.
- Untersuchung von Kindern: Eltern können während der Untersuchung bei ihren Kindern bleiben und sie beruhigen.
- Bessere Zugänglichkeit: Für bestimmte Eingriffe oder Untersuchungen, bei denen der Arzt direkten Zugang zum Patienten benötigt, sind offene MRT-Geräte besser geeignet.
- Reduzierte Geräuschentwicklung: Einige offene MRT-Geräte sind im Vergleich zu geschlossenen Systemen geräuschärmer, was den Komfort zusätzlich erhöht.
Wie funktionieren offene MRT-Geräte?
Die Funktionsweise ähnelt der von herkömmlichen MRT-Geräten. Ein starkes Magnetfeld richtet die Atomkerne im Körper aus. Hochfrequenzimpulse stören diese Ausrichtung kurzzeitig, und die dabei entstehenden Signale werden von Sensoren erfasst. Ein Computer wandelt diese Signale in detaillierte Schnittbilder des Körperinneren um.
Anwendungsbereiche offener MRT-Geräte
Offene MRT-Geräte können für eine Vielzahl von Untersuchungen eingesetzt werden, darunter:
- Untersuchungen des Gehirns und Rückenmarks
- Darstellung von Gelenken (Knie, Hüfte, Schulter)
- Untersuchungen der Wirbelsäule
- Diagnostik von Muskeln und Weichteilen
- Untersuchungen der Bauchorgane (in bestimmten Fällen)
Unterschiede zu geschlossenen MRT-Geräten
Obwohl offene MRT-Geräte viele Vorteile bieten, gibt es auch einige Unterschiede zu beachten:
- Magnetfeldstärke: In der Regel haben offene MRT-Geräte eine geringere Magnetfeldstärke als geschlossene Systeme. Dies kann in manchen Fällen zu einer etwas geringeren Bildqualität führen, ist aber oft nicht relevant für die Diagnose. Es gibt aber auch Ausnahmen: Hochfeld-MRT-Geräte sind in der Entwicklung und bereits verfügbar.
- Untersuchungsdauer: Aufgrund der geringeren Magnetfeldstärke kann die Untersuchungsdauer etwas länger sein.
- Nicht für alle Untersuchungen geeignet: In einigen Fällen, insbesondere bei sehr detaillierten Fragestellungen, kann ein geschlossenes MRT-Gerät die bessere Wahl sein.
Wo finde ich ein offenes MRT-Gerät?
Viele radiologische Praxen und Krankenhäuser bieten offene MRT-Untersuchungen an. Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt oder suchen Sie online nach entsprechenden Einrichtungen in Ihrer Nähe. Einige Anbieter wie Hitachi, Med360Grad und Evidia bewerben diese Dienstleistung.
Kosten und Kostenübernahme
Die Kosten für eine offene MRT-Untersuchung sind in der Regel nicht höher als für eine Untersuchung in einem geschlossenen Gerät. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse hängt von der medizinischen Notwendigkeit ab. Klären Sie dies im Vorfeld mit Ihrem Arzt und Ihrer Krankenkasse ab.
Fazit
Offene MRT-Geräte sind eine gute Alternative für Patienten mit Klaustrophobie, Übergewicht oder anderen besonderen Bedürfnissen. Sie bieten eine komfortablere Untersuchungsumgebung, ohne dabei die diagnostische Aussagekraft wesentlich zu beeinträchtigen. Informieren Sie sich über die Möglichkeiten und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um die beste Option für Ihre individuelle Situation zu finden.
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