135 grad lagerung ist für mich eine der nützlichsten Positionen in der Pflege, wenn es um Druckentlastung, Komfort und saubere Körperführung geht. Sie ist nicht so bekannt wie die 30°- oder 90°-Lagerung, aber genau das macht sie wertvoll: Sie löst oft Probleme, ohne den Menschen unnötig zu belasten.
Was ist die 135 grad lagerung?
Die 135 grad lagerung ist eine entlastende Seitenposition zwischen Rücken- und Bauchlage. Der Körper liegt dabei schräg, nicht komplett auf der Seite. Das Ziel ist klar: weniger Druck auf Rücken, Kreuzbein, Steißbein und Fersen.
Ich nutze sie vor allem dann, wenn ich eine Lagerung brauche, die Druck reduziert, aber trotzdem stabil und angenehm ist. Viele nennen sie auch 135°-Seitenlagerung oder, je nach Kontext, eine Form der inkompletten Bauchlagerung.
Wann setze ich die 135 grad lagerung ein?
Ich setze die 135 grad lagerung ein, wenn ich Druckstellen vorbeugen oder bestehende Druckbelastung senken will. Besonders sinnvoll ist sie bei Menschen mit hohem Dekubitusrisiko oder bei längerer Liegezeit.
- Dekubitusprophylaxe bei gefährdeten Personen
- Druckentlastung im Bereich Rücken, Gesäß, Kreuzbein und Fersen
- als Alternative, wenn reine Rückenlage unangenehm ist
- wenn die 90°-Seitenlage zu belastend wirkt
- wenn ich den Körper stabil führen und trotzdem Gewebe entlasten will
Wichtig: Ich bewerte immer die Situation der Person, nicht nur die Lagerungsart. Eine gute Lagerung ist nie Standard von der Stange. Sie muss zum Menschen passen.
Vorteile der 135 grad lagerung
Die 135 grad lagerung hat klare Vorteile. Der größte Punkt ist die Druckverteilung. Im Vergleich zu anderen Positionen verteilt sich das Gewicht anders, sodass einzelne gefährdete Stellen entlastet werden.
- Weniger Druck auf knöcherne Vorsprünge
- angenehmere Körperhaltung als eine harte Seitenlage
- mehr Stabilität durch gezielte Kissenführung
- gute Option zur Unterstützung der Hautintegrität
- oft besser tolerierbar bei längerer Lagerung
Für mich ist der praktische Vorteil entscheidend: Wenn eine Maßnahme einfach umzusetzen ist und der Mensch sie akzeptiert, wird sie im Alltag auch konsequent angewendet.
So funktioniert die 135 grad lagerung in der Praxis
Ich achte bei der 135 grad lagerung auf drei Dinge: Achse, Stabilität und Druckfreiheit. Wenn eines davon nicht stimmt, bringt die Position weniger.
Die Grundidee ist simpel: Der Körper wird leicht nach vorne oder hinten schräg gelagert, nicht komplett auf der Seite. Mit Kissen oder Lagerungshilfen stabilisiere ich Rumpf, Beine und Kopf so, dass kein ungewollter Zug entsteht.
Mein praktischer Ablauf
- Ich erkläre kurz, was ich mache.
- Ich prüfe Haut, Schmerz, Beweglichkeit und Toleranz.
- Ich drehe den Körper in eine schräge Seitenposition.
- Ich sichere Rücken, Becken, Knie und Kopf mit Kissen.
- Ich kontrolliere Druckstellen, Atmung und Komfort.
- Ich dokumentiere Wirkung und Besonderheiten.
Worauf muss ich bei der 135 grad lagerung achten?
Hier passieren die meisten Fehler. Nicht die Idee ist das Problem, sondern die Umsetzung. Ich sehe oft zu viele Kissen, zu wenig Stabilität oder falsche Winkel. Dann wird die Lagerung unbequem und verliert ihren Nutzen.
- Keine Druckspitzen an Schulter, Becken oder Ferse
- Keine Verdrehung der Wirbelsäule
- Arme und Beine entspannt positionieren
- Knie nicht einfach hängen lassen
- Kopf so lagern, dass die Halswirbelsäule neutral bleibt
- Atmung beobachten, besonders bei Menschen mit Einschränkungen
Wenn die Person die Position nicht toleriert, ändere ich sie. Gute Pflege heißt nicht, eine Technik durchzudrücken. Gute Pflege heißt, das Ziel zu erreichen.
135 grad lagerung oder 30 Grad oder 90 Grad?
Ich entscheide nicht nach Gefühl, sondern nach Ziel. Jede Lagerungsform hat ihren Zweck.
- 30 Grad Lagerung: oft für Druckentlastung bei leichter Seitenlage
- 90 Grad Lagerung: stärker auf die Seite, in manchen Fällen eher funktionell, aber oft belastender
- 135 grad lagerung: guter Mittelweg für Entlastung und Stabilität
Wenn ich maximale Druckentlastung ohne harte Seitenlage will, ist die 135°-Position oft die beste Wahl. Genau deshalb taucht sie in Pflegekonzepten immer wieder auf.
Typische Fehler, die ich vermeide
Viele Lagerungen scheitern an Kleinigkeiten. Genau dort liegt der Hebel. Ich halte die Fehlerliste kurz, damit sie im Alltag nutzbar bleibt:
- Zu wenig Zeit für die Kontrolle nach dem Lagern
- falsche Kissenhöhe
- zu harter Druck auf den unteren Arm
- Becken kippt weg und die Position wird instabil
- Fersen bleiben belastet
- die Lagerung wird nicht dokumentiert
Mein Ansatz: lieber weniger komplex, dafür sauber. Eine einfache, stabile Lagerung schlägt eine theoretisch perfekte, aber praktisch schlechte Lösung.
Für wen ist die 135 grad lagerung besonders sinnvoll?
Die 135 grad lagerung ist besonders sinnvoll für Menschen, die lange liegen müssen, wenig selbst umlagern können oder ein hohes Risiko für Druckschäden haben. Sie kann auch hilfreich sein, wenn jemand eine Seitenlage braucht, aber auf 90° nicht gut reagiert.
Ich denke dabei immer an das Gesamtbild: Hautzustand, Mobilität, Schmerz, Atmung, Lagerungstoleranz und persönliche Vorlieben. Nur dann wird die Maßnahme wirklich wirksam.
Was sagen Standards und Fachinfos?
Die 135°-Lagerung wird in der Pflege als anerkannte Form zur Druckentlastung beschrieben. Gute Einstiege in das Thema liefern zum Beispiel der TK-PflegeCoach zu Lagerungsarten und die Übersicht bei PQSG zur 135°-Lagerung. Auch dekubitus.de bietet eine Einordnung zur Prophylaxe durch Lagerung.
Ich nutze solche Quellen nicht als starres Rezept, sondern als Rahmen. Entscheidend bleibt, was beim Menschen vor mir funktioniert.
Mein Fazit zur 135 grad lagerung
Die 135 grad lagerung ist simpel, wirksam und im Pflegealltag extrem nützlich. Sie entlastet, stabilisiert und lässt sich gut anpassen, wenn man sauber arbeitet. Genau das macht sie für mich so stark: wenig Aufwand, hoher Nutzen, klare Wirkung.
Wenn ich Druck reduzieren, Komfort erhöhen und Pflege praxisnah halten will, ist die 135 grad lagerung für mich fast immer eine ernsthafte Option.