Ingwer & Honig: Wie die Kombination Körper, Hals und Immunsystem stärkt
Ingwer und Honig gelten als klassische Hausmittel — zusammen ergeben sie ein vielseitiges Duo. Dieser Beitrag erklärt, wie Ingwer mit Honig wirkt, für welche Beschwerden die Mischung hilfreich ist, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse es gibt und wie Sie sie sicher anwenden können.
Kurzer Überblick
Die Kombination aus Ingwer und Honig vereint zwei natürliche Wirkstofflieferanten: Ingwer bringt scharf-wirksame Inhaltsstoffe wie Gingerole und Shogaole mit, Honig punktet mit antibakteriellen Eigenschaften und hoher Verträglichkeit für den Hals. Zusammen werden sie häufig bei Erkältung, Halsschmerzen, Übelkeit und Verdauungsbeschwerden eingesetzt.
Wirkstoffe und Wirkmechanismen
Ingwer
- Gingerole und Shogaole: Verantwortlich für Schärfe und viele entzündungshemmende Effekte.
- Antiemetische Wirkung: Ingwer kann Übelkeit und Erbrechen lindern (z. B. bei Reiseübelkeit, Schwangerschaftsübelkeit, Chemotherapie-bedingter Übelkeit).
- Verdauungsfördernd: Fördert Magensaft- und Gallensekretion, kann Blähungen und Völlegefühl reduzieren.
Honig
- Antibakterielle Eigenschaften: Honig hemmt das Wachstum vieler Bakterien durch niedrigen Wassergehalt, Säuregrad und Bestandteile wie Wasserstoffperoxid (bei normalen Honigsorten) oder Methylglyoxal (bei Manuka-Honig).
- Husten- und Halslinderung: Honig legt sich schützend auf die Schleimhaut, reduziert Reiz und Hustenreiz.
- Wundheilung: Honig wird lokal zur unterstützenden Behandlung von Wunden eingesetzt (durch feuchte Wundheilung und antimikrobielle Effekte).
Wie wirkt die Kombination?
Wenn Ingwer und Honig kombiniert werden, ergänzen sich ihre Effekte meist: Ingwer reduziert Entzündungen und lindert Übelkeit oder Magenbeschwerden, Honig beruhigt die Schleimhäute und wirkt antibakteriell. Die Mischung eignet sich daher besonders bei:
- Erkältungszeit: Linderung von Halsschmerzen, Hustenreiz und Unterstützung des Wohlbefindens.
- Verdauungsbeschwerden: Bei Völlegefühl, leichten Magenkrämpfen und Blähungen.
- Übelkeit: Besonders bei leichter bis moderater Übelkeit helfen Ingwerpräparate — mit Honig schmeckt es oft besser und bleibt besser im Hals.
Was sagen Studien?
Für Ingwer liegen zahlreiche Studien vor, die eine Wirksamkeit gegen Übelkeit, entzündliche Prozesse und Schmerzen (z. B. bei Arthrose) belegen oder zumindest nahelegen. Für Honig gibt es gute Evidenz, dass kleine Mengen vor dem Schlafengehen den nächtlichen Husten bei Kindern und Erwachsenen reduzieren können. Kombinierte Studien zu Ingwer plus Honig sind seltener, doch die pharmakologischen Eigenschaften beider Zutaten machen eine sinnvolle, unterstützende Kombination plausibel. Wichtig ist: Bei ernsthaften Erkrankungen oder starken Symptomen ersetzt die Hausmittel-Mischung nicht den ärztlichen Rat.
Anwendung & einfache Rezepte
Die Mischung lässt sich leicht zu Hause zubereiten. Hier einige beliebte Varianten:
- Ingwer-Honig-Tee: 2–3 Scheiben frischer Ingwer mit heißem (nicht kochendem) Wasser aufgießen, 5–10 Minuten ziehen lassen, durchseihen und 1 TL Honig einrühren. Bei zu heißem Wasser gehen Wirkstoffe verloren — abkühlen lassen.
- Honig-Ingwer-Paste: Frischen Ingwer fein reiben und mit Honig mischen (Verhältnis z. B. 1:2). In Schraubglas füllen, kühl lagern. Löffelweise bei Halsschmerzen oder als Brotaufstrich verwenden.
- Shots: Frischen Ingwer pressen, mit Zitronensaft und etwas Honig mischen — in kleinen Mengen (30–50 ml) als Power-Shot trinken.
- Fermentierter Ingwer in Honig: Manche bereiten fermentierten Ingwer in Honig zu. Das ändert Geschmack und Mikroflora; die Zubereitung erfordert Hygienebewusstsein und ist eher ein DIY-Projekt.
Dosierung und Sicherheit
- Allgemeine Mengen: Für Erwachsene sind 1–3 g frischer Ingwer täglich üblich; bei getrocknetem/dosiertem Ingwer sollten Herstellerangaben beachtet werden. Honig wird oft in Teelöffel- bis Esslöffel-Mengen (5–15 g) verwendet.
- Schwangerschaft: Ingwer wird bei Schwangerschaftsübelkeit häufig empfohlen, in moderaten Mengen typischerweise als sicher angesehen — trotzdem vorher mit einer Hebamme oder Ärztin/Arzt abklären.
- Blutgerinnung/Medikamente: Personen, die Blutverdünner (z. B. Warfarin) nehmen, sollten vor regelmäßiger Einnahme von größeren Ingwermengen eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten, da Ingwer theoretisch die Blutgerinnung beeinflussen kann.
- Diabetes: Honig enthält viel Zucker. Menschen mit Diabetes sollten den Zuckergehalt berücksichtigen und Honig nur in Absprache mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt verwenden.
- Kinder: Kein Honig für Säuglinge unter 12 Monaten (Gefahr von Säuglingsbotulismus). Für ältere Kinder sind kleine Mengen meist unproblematisch.
- Allergien und Nebenwirkungen: Bei Unverträglichkeiten gegen Ingwer oder Bienenprodukte nicht anwenden. Bei Sodbrennen, Herzbeschwerden oder starker Refluxneigung kann Ingwer Symptome verstärken.
Praktische Tipps
- Frischer Ingwer liefert die stärkste Wirkung; alternativ eignen sich getrocknete oder pulverisierte Formen.
- Wärme bewahrt die Wirkung, aber kochendes Wasser zerstört empfindliche Inhaltsstoffe — Wasser sollte etwas abgekühlt sein (ca. 60–70 °C) bevor Honig hinzugefügt wird.
- Auf Qualität achten: Bei Honig sind Sorten und Reinheit wichtig — besonders wenn man antibakterielle Effekte nutzen möchte.
- Kombinieren mit Zitrone für Vitamin C und Geschmack; mit Kurkuma für zusätzlichen entzündungshemmenden Effekt.
Fazit
Die Kombination von Ingwer und Honig ist ein bewährtes, vielseitiges Hausmittel: Sie kann Entzündungen lindern, Hals und Husten beruhigen, Übelkeit mindern und die Verdauung unterstützen. Wissenschaftlich sind einzelne Effekte gut belegt (insbesondere für Ingwer gegen Übelkeit und für Honig gegen Husten), während die kombinierte Anwendung vor allem auf praktischer Erfahrung und pharmakologischer Logik beruht. Bei chronischen Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder Unsicherheit sollten Sie Rücksprache mit einer medizinischen Fachperson halten.
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