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Quercetin & Histaminintoleranz: Wirkung, Anwendung und sichere Nutzung

Lukas Fuchs vor 1 Monat Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien 3 Min. Lesezeit

Quercetin ist ein pflanzlicher Wirkstoff, der bei vielen Betroffenen mit Histaminintoleranz Linderung bringen kann. Dieser Artikel erklärt, wie Quercetin wirkt, welche Belege es gibt, welche Formen und Dosierungen sinnvoll sind und worauf Sie bei Wechselwirkungen und Nebenwirkungen achten sollten.

Was ist Quercetin?

Quercetin ist ein natürliches Flavonoid, das in vielen Obst- und Gemüsesorten vorkommt (z. B. Zwiebeln, Äpfel, Beeren, Kapern, grüner Tee). Es besitzt antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften und wird in der Nahrungsergänzung hauptsächlich zur Unterstützung bei Allergien, Entzündungen und – für Betroffene relevant – bei Histaminintoleranz bzw. Mastzellaktivierung eingesetzt.

Wie kann Quercetin bei Histaminintoleranz helfen?

  • Mastzellstabilisierung: Quercetin kann die Stabilität von Mastzellen fördern und dadurch die Freisetzung von Histamin und anderen Mediatoren verringern.
  • Antihistaminische Effekte: Es wirkt nicht wie ein klassisches Antihistaminikum am H1-Rezeptor, reduziert aber die Histaminausschüttung und Entzündungsreaktionen.
  • Unterstützung des Gefäß- und Entzündungsprofils: Durch antioxidative Effekte kann Quercetin Schwellungen und Rötungen abschwächen, die bei histaminbedingten Reaktionen auftreten.

Diese Wirkmechanismen machen Quercetin besonders interessant für Menschen mit Histaminintoleranz (DAO-Mangel) und für Patienten mit Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS). Für die wissenschaftliche Recherche zu Studien und Übersichtsartikeln: PubMed: quercetin histamine.

Wissenschaftliche Evidenz – was sagen Studien?

Es gibt in-vitro- und Tierstudien, die die mastzellstabilisierende und entzündungshemmende Wirkung von Quercetin zeigen. Klinische Studien beim Menschen sind kleiner und heterogen, einige berichten über Verbesserungen bei allergischen Symptomen und verminderte Histaminausschüttung. Die Gesamtlage ist vielversprechend, aber kein Ersatz für individuell abgestimmte Therapie. Wichtig ist: Quercetin kann Symptome lindern, ist jedoch keine definitive Heilung der Histaminintoleranz.

Nahrungsquellen vs. Supplemente

Quercetin kommt in vielen Lebensmitteln vor. Typische Quellen:

  • Zwiebeln (vor allem rote Zwiebeln)
  • Äpfel
  • Beeren (z. B. Heidelbeeren)
  • Kapern (sehr hohe Konzentration)
  • Grüner Tee, rote Trauben, Brokkoli

Für Menschen mit Histaminintoleranz sind Supplemente oft praktikabler, weil viele quercetinreiche Lebensmittel selbst Histamin enthalten oder bei Empfindlichen Symptome auslösen können (z. B. Rotwein, fermentierte Lebensmittel). Supplements gibt es in verschiedenen Formen (reines Quercetin, Quercetin-Dihydrat, kombiniert mit Vitamin C oder Enzymen wie Bromelain). Da die Bioverfügbarkeit von Quercetin begrenzt ist, können spezielle Formulierungen oder Kombinationen sinnvoll sein.

Dosierungsempfehlungen und Einnahmehinweise

  • Typische Dosierungen in Supplementen reichen von 250 mg bis 1.000 mg pro Tag, oft in geteilten Dosen (z. B. 500 mg morgens und 500 mg abends).
  • Viele Anwender berichten, dass Kombinationen mit Vitamin C oder Bromelain die Wirkung unterstützen und Entzündungsmarker stärker senken.
  • Zur Optimierung der Aufnahme: Einnahme mit einer fetthaltigen Mahlzeit oder die Verwendung besser verfügbarer Formulierungen kann sinnvoll sein.
  • Beginnen Sie mit einer niedrigen Dosis und beobachten Sie die Verträglichkeit, bevor Sie die empfohlene Menge erreichen.

Wichtig: Es gibt keine einheitliche, von allen Fachgesellschaften empfohlene Standarddosis für Histaminintoleranz. Besprechen Sie die Dosierung mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, besonders bei gleichzeitiger Medikamenteneinnahme.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

  • Häufige, meist milde Nebenwirkungen: Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall), Kopfschmerzen.
  • Quercetin kann in höheren Dosen Wechselwirkungen mit Medikamenten haben (z. B. gerinnungshemmende Mittel wie Warfarin, bestimmte Chemotherapeutika und Wirkstoffe, die über CYP-Enzyme metabolisiert werden).
  • Bei Blutdruck- oder Herzmedikamenten, Immunsuppressiva oder Antikoagulanzien sollten Sie vor der Einnahme Rücksprache halten.
  • Schwangere und stillende Frauen: Datenlage unzureichend → ärztliche Abklärung notwendig.

Praktische Tipps für Betroffene mit Histaminintoleranz

  • Starten Sie niedrig dosiert (z. B. 250–500 mg) und steigern Sie bei guter Verträglichkeit.
  • Bevorzugen Sie geprüfte Produkte von seriösen Herstellern und achten Sie auf Zusatzstoffe (manche Präparate enthalten Inhaltsstoffe, die bei Histaminintoleranz problematisch sein können).
  • Kombinieren Sie Quercetin nicht unbedacht mit anderen pflanzlichen Präparaten ohne ärztliche Beratung.
  • Führen Sie ein Symptomtagebuch: Zeitpunkt der Einnahme, Dosis, Wirkung und mögliche Nebenwirkungen helfen bei der Einschätzung.
  • Quercetin kann Teil eines Gesamtkonzepts sein: histaminarme Ernährung, ggf. DAO-Enzym-Präparate, Stressreduktion und Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen.

Wann sollten Sie eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen?

Suchen Sie medizinischen Rat, wenn Sie unsicher über die Ursache Ihrer Symptome sind, wenn Sie schwere oder systemische Reaktionen (Atemnot, starke Schwellungen, Herzrasen) haben oder wenn Sie gleichzeitig andere Medikamente einnehmen. Vor Operationen, bei Blutgerinnungsstörungen, Schwangerschaft oder Chemotherapie ist ärztliche Rücksprache Pflicht.

Fazit

Quercetin kann für viele Menschen mit Histaminintoleranz eine wertvolle ergänzende Maßnahme sein: Es reduziert die Histaminausschüttung, wirkt entzündungshemmend und kann allergische Symptome lindern. Die klinische Evidenz ist vielversprechend, jedoch noch nicht abschließend. Nutzen Sie Quercetin überlegt, achten Sie auf Qualität, Dosierung und mögliche Wechselwirkungen und klären Sie Besonderheiten mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.

Weiterführende Informationen und Studien: PubMed-Suche: quercetin histamine.

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